Gambia: Mal eine ganz andere Wanderfahrt.

Rudern - und besondere Erlebnisse in Afrika

Eine ganz besondere Wanderfahrt machten Uli Heyse und Jürgen Kroneberg vom Ruderclub Germania Düsseldorf Anfang März in Gambia. Die Neugier auf das Land an der Westküste Afrikas und die Reiseroute war groß. In Afrika waren die beiden erfahrenen Wanderruderer schon oft, doch in Gambia noch nie. Die weiteren zehn Teilnehmer kamen aus Magdeburg, Worms sowie aus Belgien. Die 14-tägige Reise wurde mit fünf Ruderfahrten und viel touristischem Programm angeboten.

Jürgen Kroneberg sagte überzeugt: „Eine Rudertour in Gambia, das fanden wir aufregend und hatten uns für dieses Jahr angemeldet. Das spannende und umfangreiche Programm war für uns weiterhin ausschlaggebend.“

Bei 32° C, Sonne pur und leichtem Wind genossen die beiden Germanen und die weiteren Mitruderer die Tage in Afrika. „Gambia ist ein völlig unkompliziertes Land“, so Jürgen Kroneberg. „Die Menschen dort waren freundlich und hilfsbereit, die Häuser waren nicht gesichert, man konnte sich Tag und Nacht ohne Angst zu haben bewegen.“ Uli Heyse ergänzt, wie besonders er das menschliche Miteinander mit den Einheimischen erlebt hat. Egal wo sie hinkamen, sie fühlten sich wohl. „Wir haben auch zweimal im Busch übernachtet, toll.“

Zum Essen gab es vorwiegend Fisch und Gambas. Der Fischfang spielt dort in der Industrie eine wesentliche Rolle. Überall waren kleine Fischerboote zu sehen, die am Strand lagen und mit Muskelkraft ins Meer und wieder hinausgeschoben werden mussten.

 

Die Ruderfahrten (ca. 100 km)

Auf den Nebenarmen des Gambia-Flusses, auf dem Gambia-Fluss selber und auf dem Kartong-Grenzfluss zu Senegal erlebten die Ruderer beeindruckende Landschaften, ein unberührtes Ruderparadies. „Nur Affen, unzählige Vogelarten und einige wenige Touristen im Kanu haben das Revier bislang entdeckt“, so die Organisatorin. „Die Ufer sind gesäumt mit Palmen, Buschwerk und Mangroven, die wegen der Tidenauswirkung abwechslungsreiche Anblicke bieten.“ Uli Heyse und Jürgen Kroneberg berichtet von schönen landschaftlichen Entdeckungen. Mangroven rechts und links, viele Wasservögel, Raubvögel (Adler, Bussarde) und Kraniche u.v.m.

Eine Tagestour ging zur Gambia-Flussmündung. Der 1120 km lange Fluss ist einer der Hauptströme in Westafrika. Die eher undichten Klinkerboote mit Drahtauslegern hielten den Wellen insgesamt gut stand.

Mit 26,00 € je Kilometer waren es auf dieser Rudertour die wohl Teuersten bislang für die beiden Germanen. Doch die enorm vielseitigen und interessanten Programmpunkte machten die Rudertour natürlich zu einem ganz besonderen und unvergessenen Erlebnis!

Zwischendurch wurden die Boote immer mit einem „Hängernachbau“ befördert, ohne TÜV, ohne Anmeldung, ohne Auflaufbremse, ohne Beleuchtung. „Die Elektrokupplung war eine Art Lüsterklemme“, so Jürgen Kroneberg. Uli Heyse war mit dem Fahrer in der Werkstatt, nachdem eine Achse gebrochen war. Eine außergewöhnliche Erfahrung für die beiden langjährigen Wanderfahrer. Aber alles war organisiert und die Verantwortung lag lediglich im Genießen und Erleben der Reise.

 

Das Landprogramm

Die Gruppe vergnügte sich u.a. mit gemütlichen Strandabenden, afrikanischer Musik, idyllischem Flair hier und da. Tolle Ausflüge rundeten die Reise ab. Es ging in den Affenzoo, in Museen, auf einen Spaziergang mit einem Vogelkundler, auf den Fischmarkt in Banjul, der Hauptstadt Gambias am Atlantischen Ozean. Und dort auf dem ARCH 22, dem Wahrzeichen Gambias, hatten die Ruderer einen tollen Ausblick auf die Hauptstadt. Zu erwähnen ist noch, dass die Gambier zu ca. 90 % Moslems sind. Der Glaube wird aber sehr offen gelebt. Man sieht viele Frauen ohne Schleier und auch in T-Shirts und Hosen.

 

Ein besonderes Erlebnis, die Taufe

Jürgen Kroneberg berichtet: „Ein besonderes Erlebnis war die Einladung unseres Fahrers Modou zu der Taufe des Sohnes seiner Schwester. Wir fuhren alle zum Haus der Familie, wo eine große Anzahl von Gästen bereits eingetroffen war. Die Frauen waren alle in farbiger Festkleidung erschienen, die Männer in Jeans und Hemden. Wir wurden mit einheimischen Getränken vom Baobab-Baum und einem rotem Saft aus getrockneten Blättern begrüßt. Ein gemeinsames Essen auf einer großen Schale wurde uns gereicht. Alle bekamen eine Gabel und wir aßen aus der Schale. Die Kinder, die mit uns aßen, nahmen das Essen nur mit den Fingern.  Dies ist die typische arabische Art zu essen. Musik und Trommelklänge waren immer zu hören. Das Baby wurde uns gezeigt und unsere Frauen durften das Baby in den Arm nehmen.  Es war eine tolle Erfahrung  und wir konnten so die Sitten der Gambier erleben.“ Uli Heyse ergänzt: „In Vorfreude auf mein zweites Enkelkind, das bald auf die Welt kommt, habe ich das Baby natürlich auch gerne in meinen Armen gehalten, das war etwas Besonders.“

 

Die Germanen kamen mit tollen Erlebnissen und Eindrücken von der Reise wieder. Afrika haben Uli Heyse und Jürgen Kroneberg nochmal mehr ins Herz geschlossen. Mit Namibia stehen beide seit 40 Jahren in enger Verbindung. Nun sind sie in Afrika sogar auch mal gerudert, auf der anderen Seite des Kontinentes, in Gambia.

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