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Der Bundeswettbewerb 2026 – Eine vielseitige Erfahrung für alle!
Aus Sicht der Sportler – Moritz Scholz berichtet:
Am Wochenende vom 2. bis 5. Juli trat unsere U15 Abteilung für die Ruderjugend NRW beim diesjährigen Bundeswettbewerb auf dem Aasee in Münster an. Dieser gilt als das Äquivalent zu den Deutschen Meisterschaften im U15-Bereich. Nachdem sich die Athletinnen und Athleten vor drei Wochen beim Landeswettbewerb in Bochum und Witten qualifiziert und sich vor zwei Wochen beim Vorbereitungstag der Nordrhein-Westfälischen Ruderjugend (NWRJ) in Essen intensiv auf den Allgemeinen Sportwettbewerb (ASW), bei dem die allgemeinen sportlichen Fähigkeiten abseits des Wassers getestet werden, vorbereitet hatten, machten sie sich am Donnerstag auf den Weg nach Münster – die einen im Vereinsbus, die anderen mit dem Zug.
Den restlichen Tag verbrachten die Sportlerinnen und Sportler mit dem Aufbau ihrer Zelte und dem Riggern ihrer Boote. Nach der Eröffnungsfeier bezogen sie die Sporthalle, in der sie übernachteten, und nahmen anschließend ihre erste Mahlzeit vor Ort ein. Am Freitag ging es bereits früh zum Frühstück und anschließend an die Regattastrecke, da die ersten Rennen schon um 9 Uhr beginnen sollten.
Den Auftakt machte der leicht angeschlagene Mädchen-Vierer mit Lea-Aurora Tschuikov, Mara Nedden, Daria Berowski, Flora Schmid und Steuerfrau Lena Richter auf der 3.000-Meter-Langstrecke. Trotz der krankheitsbedingten Einschränkungen konnte die Mannschaft einen respektablen vierten Platz in seiner Abteilung errudern. Kurz darauf ging der ältere und erfahrenere Jungen Vierer an den Start, der ebenfalls durch einen Krankheitsfall geschwächt war. In der Altersklasse der 13- und 14-Jährigen traten Moritz Scholz, Tobias Schaal, Jakob Lebeau, Noah Waskowiak und Steuermann Lukas Bröskamp Freitas an. Unter den gegebenen Umständen erreichte das Boot einen guten dritten Platz. Etwas später folgte mit Til Fröhling, Jacob Roberts, Frederik Stark, Theo Krüger und Steuermann Ole John der „kleine“ Jungen-Vierer, das einzige vollständig gesunde Boot des Teams. Mit einer starken Leistung gewann die Mannschaft ihre Abteilung und bestätigte damit eindrucksvoll die Ergebnisse des Landeswettbewerbs.
Am Samstag stand der Allgemeine Sportwettbewerb (ASW) auf dem Programm. Hierfür wurden die Boote aufgelöst und die Sportlerinnen und Sportler innerhalb der Ruderjugend NRW nach ihren Vornamen in Riegen mit jeweils neun bis elf Personen eingeteilt. Anschließend traten diese Riegen in ihren jeweiligen Abteilungen gegen die Mannschaften der anderen Bundesländer an. Dabei belegte die Riege 27 mit Flora Schmid und Frederik Stark den zweiten Platz ihrer Abteilung. Die Riege 77 mit Moritz Scholz, Noah Waskowiak und Ole John sicherte sich sogar den ersten Platz ihrer Abteilung. In der Gesamtwertung des ASW erreichte die Ruderjugend NRW den dritten Platz und verbesserte sich damit deutlich gegenüber dem siebten Platz des Vorjahres. Zusammen mit dem zweiten Platz in der Langstreckenwertung bedeutete dies auch den zweiten Platz in der Gesamtwertung nach zwei Wettbewerbstagen.
Am Sonntag stand nach einer erholsamen Nacht schließlich die 1.000-Meter-Bundesregatta und damit der sportliche Höhepunkt des Wochenendes auf dem Programm. Nachdem die Halle geräumt war und alle gefrühstückt hatten, machten sich die 15 Athletinnen und Athleten auf den Weg zur Regattastrecke. Den Anfang machte diesmal der jüngere Jungen Vierer. Mit einem spannenden Rennen und einer herausragenden Leistung belegte das Boot im ersten Lauf einen beeindruckenden zweiten Platz und gewann damit die Silbermedaille. Damit waren die Erwartungen an das Wochenende bereits erfüllt. Am Nachmittag folgte der ältere Jungen-Vierer. Die Sportler hatten sich zwar inzwischen etwas erholt, waren jedoch noch längst nicht wieder vollständig fit. Gleichzeitig zog sich der Himmel immer weiter zu und kündigte bereits das Unwetter an, das wenig später über Münster hinwegziehen sollte. Trotz dieser schwierigen Voraussetzungen erruderte auch dieses Boot in einem äußerst knappen Rennen den zweiten Platz. Das letzte Rennen aus Sicht unseres Vereins bestritt der ebenfalls noch angeschlagene Mädchen-Vierer. Die Mannschaft musste zunächst aufgrund einer Unterbrechung einige Minuten im strömenden Regen an der Startbrücke ausharren, bevor das Rennen mitten im Unwetter gestartet wurde. Dennoch gewann das Boot den dritten Lauf knapp und sicherte unserem Verein damit die erste und zugleich einzige Goldmedaille des Tages. Jedoch forderte das Rennen seine Opfer…. Der betroffenen Sportlerin ging es aber nach kurzer medizinischer Behandlung glücklicherweise schnell wieder besser. Der Wettkampf allerdings wurde unmittelbar nach dem Rennen der Mädchen abgebrochen, da die Sicherheit und die medizinische Versorgung der Sportlerinnen und Sportler nicht länger gewährleistet werden konnten.
Dadurch musste auch die große Siegerehrung entfallen, bei der sowohl der Gesamtsieger der Bundesregatta als auch der Gewinner der Länder-Pokalwertung geehrt worden wären. Stattdessen fand die Ehrung im kleinen Kreis der Landesjugendleiter statt. Die NWRJ belegte dabei sowohl in der Bundesregatta als auch in der Länder-Pokalwertung jeweils den zweiten Platz. Zwar fiel der Rückstand auf Sachsen-Anhalt, das beide Wertungen gewann, deutlich geringer aus als im Vorjahr, dennoch besteht weiterhin Potenzial zur Verbesserung. Landesjugendleiter Valentin Schumacher, für den der diesjährige Bundeswettbewerb der letzte in dieser Funktion war, zeigte sich insgesamt zufrieden mit den Leistungen der Mannschaft. Gleichzeitig betonte er jedoch, dass noch Verbesserungspotenzial vorhanden sei und der Anspruch der NWRJ weiterhin darin bestehe, künftig die Pokalwertung zu gewinnen. Insgesamt war der Bundeswettbewerb ein großartiges Erlebnis für die Sportlerinnen und Sportler. Sie hatten nicht nur viel Spaß, sondern konnten auch ihre sportliche Klasse unter Beweis stellen und die an sie gestellten Erwartungen erfüllen.
Auch wenn das Wochenende mit dem wetterbedingten Abbruch kein optimales Ende nahm und weder Essen noch Übernachtung ideale Bedingungen baten, haben die Athletinnen und Athleten wertvolle Erfahrungen gesammelt und sind an den Herausforderungen gewachsen. Für diejenigen, die noch einige Jahre in der Altersklasse der Kinder starten dürfen, ist der Bundeswettbewerb eine zusätzliche Motivation, sich auch im nächsten Jahr wieder zu qualifizieren. Aber auch für die Kinder, die im kommenden Jahr B-Junioren wechseln werden – rund ein Drittel des Teams –, war der Bundeswettbewerb ein starkes Ausrufezeichen und eine hervorragende Gelegenheit, ihre Leistungsfähigkeit bereits auf nationaler Ebene unter Beweis zu stellen!
Ole Roppes berichtet aus Perspektive der Trainer:
Auch aus Sicht des Trainerteams war der diesjährige BW eine spannende Erfahrung. Nachdem letztes Jahr Sandra Beging als Betreuerin mit nach München fuhr durfte dieses Jahr ich die rekordverdächtig große Mannschaft bestehend aus fünf Mädchen und zehn Jungs zum BW begleiten. Dank der guten Organisation der NWRJ verlief der BW bis Sonntagnachmittag nahezu reibungslos. Vor Ort unterstützten sich die Sportler und Betreuer gegenseitig, hinzu kamen Junioren und weitere freiwillige Helfer, die extra für den ASW frühmorgens nach Münster fuhren.
So war die doch recht neue Truppe, bestehend aus acht Sportlern, die erst im September angefangen haben zu rudern und sieben erfahreneren Sportlern nahezu perfekt vorbereitet auf den großen Saisonabschluss. Der Freitag verlief mit drei souveränen Langstrecken-Rennen, in denen die Sportler vor allem mit ihrer Technik glänzten, ruhig und vollständig nach Plan, was ebenfalls für den Samstag gelten sollte. Hier zahlte sich der Vorbereitungstag und die strukturierte Durchführung aus.
Nach dem ASW war der Rollentausch eine nette Erfahrung für alle: Beim traditionellen Betreuerrennen übernahmen die Sportler die Rennbesprechung etc. und durften ihre etwas eingerosteten Trainer, die im Kinderboot über 400 Meter gegeneinander antraten, anfeuern. Unter sportlicher Höchstleistung kämpften wir uns über die stark verkürzte Rennstrecke, wobei sowohl ich als auch die Sportler leider feststellen mussten, dass gutes Training doch seinem Zweck dient….
Am Sonntag verliefen die ersten beiden Rennen zunächst glatt. Zwar sehr nervös, aber dennoch locker gingen die Jungs, angefeuert durch das gesamte Team NRW, einige Eltern und Trainerin Sandra Beging, die seit Freitagnachmittag ebenfalls das Team unterstützte, an den Start und kämpften hart um ihre Platzierungen. Solch enge Felder sieht man auf Kinderregatten eher selten, sie aber den Leistungsanspruch, der den Sportlern auf dem Bundeswettbewerb gestellt wird. Der „kleine“ Vierer passierte keine zwei Sekunden nach dem ersten die Ziellinie, gefolgt von dem Dritten, etwa eine Bootslänge dahinter. Nur knapp eine Sekunde unterschied machte es bei den „alten“ aus.
Wirklich nervenzerreißend wurde es jedoch erst bei unserem Mädchen-Vierer. Nach einer längeren Pause, ausgerufen wegen des Starkregens, startete ihr Lauf doch noch. Die ersten drei Boote beendeten das Rennen innerhalb einer Sekunde. Hier bestätigten die Mädels nach dem Landeswettbewerb abermals ihre Stärke auf der Rennstrecke. Da nach dem Rennen ein knappes Dutzend Sportler durch die Sanitäter versorgt werden mussten wurde eine Vielzahl an Einsatzkräften laut Presse zu einem „Massenanfall an Verletzten“ alarmiert und die Regatta abgebrochen. Ein Vorfall, der sogar durch die überregionale Presse ging und sich definitiv nicht wiederholen darf! Glücklicherweise musste jedoch nur eine Person im Krankenhaus behandelt werden, alle anderen wurden noch am Regattaplatz wieder wohlauf entlassen.
Trotz des dramatischen Endes des BW können wir diese Saison doch als einen vollen Erfolg bezeichnen! Sehr zufrieden mit der Leistung unserer Sportler können wir stolz sagen, dass wir immer eingespielter waren und auch unsere Talentförderung zu greifen scheint! Einige der „neuen“ Sportler konnten wir im vergangenen September beim „Tag der Talente“ für uns gewinnen. Wir hoffen diese Entwicklung fortführen zu können und nächste Saison erneut mit einer starken Mannschaft beim BW in Brandenburg antreten zu dürfen. Nun geht es aber vorerst entspannter weiter über den Sommer, bevor im Herbst dann die Vorbereitung der Saison 2027 beginnt.