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Ein Fest für das Langstreckenrudern
Der 55. Rheinmarathon auf der Strecke zwischen Leverkusen und Düsseldorf-Hamm war am 3. Oktober wieder ein großes Fest des Langstreckenruderns. Mit knapp 900 Ruderinnen und Ruderern aus sieben Nationen stellte die Veranstaltung erneut ihre große Internationalität unter Beweis. Für die Teilnahme hatten 170 Mannschaften aus 38 Vereinen gemeldet, darunter 38 Renngemeinschaften. Das schnellste Boot stellte in diesem Jahr die Renngemeinschaft Clever Ruder Club, Kölner Club für Wassersport, Neuwieder Ruder Gesellschaft 1883, Post-Sportverein Koblenz und Ruderclub Kleinmachnow Stahnsdorf-Teltow mit einer Zeit von 2:23:59 Stunden.
Nach 55 Austragungen glaubten die Organisatoren des Rheinmarathons vom Ruderclub Germania Düsseldorf 1904 e.V. bereits jede denkbare Geschichte rund um ihre Veranstaltung erlebt zu haben. Doch am 3. Oktober 2026 kam ein neues Kapitel hinzu: Der Rhein erreichte einen bislang für den Oktober unbekannten Niedrigwasserstand. Der Düsseldorfer Pegel sank an diesem Tag auf 0 Zentimeter. Für die Berufsschifffahrt auf Deutschlands größtem Strom kommt diese Lage seit Wochen einer Katastrophe nahe, für die 170 gestarteten Ruderboote erwies sie sich dagegen als glücklicher Umstand: Die Ruderinnen und Ruderer hatten den Fluss nahezu für sich allein und erlebten fast ausschließlich spiegelglattes Wasser. Zwar war die Fahrrinne erheblich geschrumpft, doch durch die nur wenigen vorbeifahrenden Schiffe gab es kaum Beeinträchtigungen.
Dafür fehlte den Booten aber der zusätzliche „Schub“, der auf die deutlich schwächere Strömung zurückzuführen war. Das wirkte sich erwartungsgemäß auf die Zeiten auf der 42,8 Kilometer langen Marathonstrecke aus: Im Durchschnitt lagen sie um rund 20 Minuten höher. Daher blieb die 2024 vom Vierer des Stuttgart-Cannstatter Ruderclubs von 1910 aufgestellte Rekordzeit von 1:59,20 Stunden unerreicht. In diesem Jahr belegte dieses Team Rang zwei mit einer Zeit von 2:24,56 Stunden.
Für die ausländischen Teilnehmer, darunter Ruderinnen und Ruderer aus England, Irland, Frankreich, Schweden, Niederlande, Türkei und Schottland sowie zahlreichen Vereinen aus ganz Deutschland wurde der Rheinmarathon erneut zu einem Leckerbissen des Langstreckenruderns. Schönes Sonnenwetter und nur äußerst wenig Wind ließen die kräftezehrenden Anstrengungen und häufigen Blasen an den Händen im Ziel schnell vergessen. Alle, die im vergangenen Jahr an dem unablässig blasenden Wind schier zu verzweifeln drohten, waren in diesem Jahr wieder am Start.
Der veranstaltende Ruderclub Germania Düsseldorf stemmte erneut ein großes Unterstützungspensum. So galt es allein mehr als 20 Steuerleute für die rheinfernen Teams zu bestellen. In einer Reihe von Bustransporten wurden hunderte Teilnehmer von Düsseldorf zum Start in Leverkusen transportiert. Eine große Unterstützung leistete auch der RTHC Bayer Leverkusen. Auf seinem Geländer lagerten die Boote aller Teilnehmer und mit großer Präzision wurde dafür gesorgt, dass der Start und der Transport der Boote zum Steg am Rhein in kurzen Abständen gewährleistet wurde.
Aus der Ergebnisliste:
Den Schlüssel-Alt Wanderpreis für die drei schnellsten Boote im Wettbewerb sicherte sich der RTHC Bayer Leverkusen vor dem Stuttgart-Cannstatter Ruderclub und dem Ruderclub Germania Düsseldorf. Die Germania-Team-Trophy, in dem die Platzierungen aller beteiligten Boote eines Clubs in einer Punktwertung einfließen, sicherte sich der Ruderclub Germania Düsseldorf vor dem Mülheimer Wassersport Köln sowie dem RTHC Bayer Leverkusen.
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