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Silber für Magdalena

Eine Meisterschaft der Änderungen

Viele der Leser werden es mitbekommen haben, die Deutschen Jahrgangsmeisterschaften sind in diesem Jahr von Essen nach Krefeld verlegt worden. Eine Entscheidung, die den Rest Ruderdeutschlands mehr getroffen hat als uns und für einiges an Chaos bei den Kolleginnen und Kollegen sorgte. Eine Meisterschaft in so kurzer Zeit an einem anderen Ort zu veranstalten, scheint mir kein leichtes Unterfangen. Umso mehr verdienen sich in meinen Augen beide Veranstalter, die ehrenamtlichen Helfer, Schiedsrichter und alle weiteren Beteiligten ein großes Lob und meinen tiefsten Respekt, da die Veranstaltung als solche ohne spürbare Komplikationen verlief. Ein beeindruckendes Unterfangen.

Eine von mir betitelte „Meisterschaft der Änderungen“ braucht aber mehr als nur die Verlegung des Austragungsortes. Aus diesem Grund möchte ich hier kurz erklären, wie ich zu diesem Titel komme.

Um der Wetterlage Herr zu werden, wurden am Mittwoch weitreichende Entscheidungen getroffen. Erst ist der Qualifikationsmodus vom klassischen Meisterschaftsmodus mit Vorlauf, Hoffnungslauf, Halbfinale und Finale abgeändert worden. Als Ersatz führte man ein internationales System ein, nach dem sich die ersten zwei Boote eines Vorlaufs für das Finale bzw. das Halbfinale direkt qualifizierten. Die restlichen Startplätze wurden dann per „time trial“, also nach der geruderten Endzeit gesetzt. Dieses System variierte wie auch das klassische mit der Anzahl an teilnehmenden Booten. Bei optimalen Vorläufen rudern dementsprechend die jeweils Top 3 der Vorläufe im Finale gegeneinander. Was aber, wenn man Platz 5 im Vorlauf ist aber schneller als Platz eins und zwei des anderen Vorlaufs? Ein solches Szenario würde einen dann in das B-Finale bringen.

Durch diese Änderung wurden die Hoffnungsläufe, Bahnverteilungen und Halbfinals unnötig. Das damit erreichte Ziel von weniger Rennen in der extremen Hitze ist geglückt, wurde allerdings kritisiert da einige Athleten damit nur ein einziges Rennen bei der Meisterschaft hatten. Nun wurde deswegen am Donnerstagabend eine weitere Änderung vorgenommen. Die B-Finals werden ab acht teilnehmenden Booten ausgefahren. Eine Lösung mit der Einige zufriedener waren als Andere, jedoch hatte man den ursprünglichen Kritikern damit eine Lösung angeboten. Aufgrund der weiterhin belastenden Wetterlage entschied man sich dann jedoch Freitagabend wieder um. Die Finalrennen am Sonntag sollten frühestmöglich beendet werden, weshalb jegliche B-Finals abgesagt wurden. Nach einer Veränderung im Zeitplan zu schauen wurde ein Abendritual der Trainerinnen und Trainer. Am Ende waren es beinahe jeden Tag neue Informationen, die zum Teil zu Diskussionen im Trainerkreis führten, meiner Meinung nach aber aufgrund des erhöhten Gesundheitsrisikos und der zusätzlichen Belastung der Helferinnen und Helfer immer gute Gründe hatten. Trotzdem hätte ich mir gewünscht, dass am Sonntag die B-Finals mit vollen sechs Booten an den Start gegangen wären.

U23

Lediglich eine Sportlerin startete in diesem Jahr im U23 Bereich für unseren Verein. Zum Glück war sie eine unserer erfolgreichsten der letzten Jahre und sie konnte auch wieder abliefern. Magdalena Hallay fährt gemeinsam mit ihrem Team im U23 Frauenachter auf den zweiten Platz und erringt dafür die einzige Medaille unseres Vereins bei dieser Meisterschaft. Sie führte ihre Mannschaft in einem spannenden Finale auf den ersten 500m vor den ersten U23 Frauenachter. Dieser konnte sich dann jedoch auf den zweiten 500 m die Führung sichern und hielt diese fest in den Händen bis zur Ziellinie. Die restliche Konkurrenz lässt Magdalena bereits kurz nach dem Start alt aussehen, wodurch sie nach der Startphase eine sichere Medaille ins Ziel bringen konnte. Wie auch in den letzten Jahren kann Magdalena stolz auf ihre Leistungen der Saison und auch hier beim Saisonhöhepunkt sein. Wir sind es auf jeden Fall.

U19

Nach einer langen Saison, die insgesamt deutlich besser verlief als die letztjährige, konnte sich unser U19 Team leider nicht mit einer Medaille um den Hals belohnen. Die Hauptprotagonisten der letzten Regatten gingen auch hier wieder an den Start. Es waren Johann Franz, Leif Thomas und Lisa Mislovic dabei, die sich über die Kleinbootüberprüfungen in verschiedenste Bootskombinationen innerhalb der Regionalgruppe gerudert haben. Giorgio Ciccotti, Noah Hirschfeld, Joshua Wegermann und Teresa Merz haben uns im Düsseldorfer „Vierer Mit“ vertreten und Julius Laaper war im Leichtgewichtsbereich im Doppelzweier und Doppelvierer zu finden. Nach guten Trainingswochen haben sich unsere Athletinnen und Athleten in den Vorläufen gut präsentiert. Lisa ist mit ihrem Vierer Mit auf Platz eins im Vorlauf gefahren, Johann und Leif sind im Vierer Ohne als zweitplatzierte im Vorlauf direkt ins Finale eingezogen und Julius verpasste im Doppelzweier mit nur 0,38 s einen Einzug in das A-Finale und war damit einer der Leidtragenden der geänderten Regeln, da es kein B-Finale gab. Giorgio, Joshua, Noah und Teresa beendeten nach ihrem Einzug ins A-Finale dieses auf dem 6. Platz. Johann und Leif zeigten in einem ambitionierten Rennen, wie weit sie in dieser Saison gekommen sind. Letztendlich reichte es an diesem Tag allerdings nur für Platz 4. Im Finale der gesteuerten Juniorinnen Vierer ging es ebenso hitzig von vorn los. Lisa und ihr Team konnten dem Wetter und der starken Performance der anderen Boote allerdings nicht standhalten und beendeten das Rennen auf dem 6. Platz. Die letzten Rennen unseres Vereins am Finaltag waren der leichte Junioren Doppelvierer vor dem Juniorinnen Achter. Julius startete gemeinsam mit Uerdingen, Köln und Bonn direkt im Finale, da das Bahnverteilungsrennen gestrichen wurde. Trotz der wenigen gemeinsamen Rennerfahrung – der Doppelvierer startete erstmals gemeinsam in Hamburg drei Wochen zuvor – legten die Vier gute Rennen hin. Leider konnten auch sie sich nicht die verdiente Krönung der Saison abholen und beendeten das Rennen mit dem 4. Platz. Im vorletzten Rennen des Tages war Lisa noch mal vertreten. Der Achter bewegte sich anfangs gut mit und war dennoch hinter den drei klar favorisierten Regionalgruppen-Achtern zu finden. Der Achter fuhr auf Platz 5. Mit diesem Rennen endete dann die Saison des U19 Teams.

NACHTRAG:

Am Montag um 14:15 Uhr bekam ich eine E-Mail, die sehr positiv für unser Team ist. Leif Thomas wurde aufgrund seiner Ergometerleistung zur Mannschaftsbildung der Junioren-Nationalmannschaft nominiert. Er hat nun in Berlin die Chance sich für den Junioren WM-Achter zu qualifizieren oder für eine der Bootsklassen (Achter, Vierer) für den Coup de la Jeunesse. Über diese Nominierung hat sich Leif mehr gefreut als er ausdrücken konnte und auch ich hatte ein breites Grinsen im Gesicht, als ich ihm die Nachricht per Telefon überbracht habe.

U17

Zu Beginn dieses Berichts habe ich kurz die verschiedenen Änderungen angesprochen, die es bei der Meisterschaft gab. Keiner war von diesen so sehr betroffen wie unser fleißiges U17 Team. Im Verlauf der Saison haben sie immer wieder kleine Hürden überwinden können und ihre eigenen Leistungen verbessert. Ein großer Anteil unserer Gruppe war dadurch bei der Meisterschaft vor Ort. Martha Christians, Murielle Dwinger und Ida Claudepierre haben sich im Skullbereich bewiesen. Martha und Murielle ruderten im gesteuerten Doppelvierer und Ida im Einer. Philipp Reinkemeier und Stefan Sosic starteten im Vierer Ohne, Philip Richter im Doppelvierer mit Steuermann und Luis Schmitz Fernàndez schwamm im Leichtgewichtes Doppelzweier an den Start. Für viele der genannten Athletinnen und Athleten war diese Meisterschaft die erste überhaupt. Dafür sind sie sehr gut mit dem Druck, den Umständen und der im Anschluss entstandenen Enttäuschung umgegangen. Leider lagen durch die veränderten Konditionen keine unserer U17 Boote am Sonntag in den Startanlagen, auch wenn sie es sich verdient hätten.

Dennoch stellt die erste Meisterschaft im Leben eines Ruderers einen erinnerungsreichen Moment dar. Die zuvor liegenden Wettkämpfe werden größer, wichtiger und man hängt sich im Zweifel mehr rein als jemals zuvor. Man startet plötzlich gegen ältere Gegner aus neuen Städten und Bundesländern, die aus irgendeinem Grund immer einen Kopf größer sind als man selbst. Man sammelt neue Erfahrungen, macht Fehler, die man danach nie wieder macht und erhält viele neue Eindrücke auf dem Weg zum Saisonhöhepunkt. Wenn dieser Weg nicht mit dem gewünschten Erfolg gekrönt ist, so lernt man eine der wichtigsten Eigenschaften eines guten Athleten – Durchhaltevermögen. Wem es gelingt, den ersten Frust zu überwinden und Motivation in der Verbesserungsmöglichkeit zu finden, der kann von da an nur noch gewinnen. Ich bin überzeugt, dass unsere Athletinnen und Athleten genau diese Eigenschaft besitzen und auf einem guten Weg sind. Ein ganzes Jahr bringt viel Zeit mit sich und ich freue mich darauf, zu sehen wie wir uns in der nächsten Saison schlagen werden. 

Nun bestreiten wir die letzten zwei Trainingswochen und mit unserer Meisterschaftsfeier am 11.07. geht es in die Sommerpause. Dann heißt es Tank auffüllen, Kräfte schöpfen und mit neuem Elan später wieder loslegen.

Fotostrecke folgt
 


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