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Mal wieder in Zernsdorf
Mal wieder in Zernsdorf
Die Anfahrt nach Zernsdorf mit mehr als 500 Kilometern ist lang, das Ruderrevier auf der Dahme und ihren Seen aber immer wieder lohnend. Einige Jahre war ich, nach zahlreichen Teilnahmen zuvor, nun wieder einmal im Rahmen der jährlichen Herrentour dort. Die Fahrtenleitung ist zwischenzeitlich gewechselt und wird von Sebastian Mathar und Thomas Henke mit großer Souveränität gestaltet.
Nach einigen kurzfristigen Absagen war die Gruppe auf acht Teilnehmer geschrumpft. Das führte dazu, dass auf die Mitnahme eigener Boote verzichtet und Leihboote des ESV Zernsdorf genutzt wurden. Die waren zwar schon recht betagt, erfüllten ihren Zweck zu meiner Überraschung - das muss ich eingestehen – trotz der ungewohnten Holzskulls doch mehr als zufriedenstellend.
Das Ruderrevier mit seinem spiegelglatten Wasser ist über die Jahre von den Germanen in alle Ecken gut erschlossen worden. Am ersten Tag ruderten wir auf vertrauter Route nach Blossin am Wolziger See und zurück. Eine neue Fahrtenleitung entdeckt aber dann doch noch neue Ziele. So ging es dann am nächsten Tag vorbei an Schmöckwitz und der Regattastrecke Grünau weiter Richtung Köpenick mit dem Ziel Treptow. Ein Vierer setzte seine Fahrt von dort noch fort bis zur Oberbaumbrücke und kam damit schon weit auf Berliner Gebiet. Von Treptow ging es vom dortigen Ruderverein, wo die Boote über Nacht blieben, mit S-Bahn und Bus problemlos zurück nach Zernsdorf. In Treptow trafen wir dann auf einen Ruderer, der sich bereits auf die Teilnahme an unserem Rheinmarathon freute.
Die Rücktour nach Zernsdorf führte über den großen Müggelsee. Für Ruderboote ist er nur zu passieren, wenn der Wind nicht zu heftig bläst. Aber, wir hatten angenehme Verhältnisse, wie überhaupt alle Rudertage von bestem Wetter begünstig waren. Immerhin schafften wir an den drei Hauptrudertagen jeweils rund 40 Kilometer (auf stehendem Gewässer!) und auch noch eine Abschlusstour am frühen Sonntag vor der Heimfahrt.
In Zernsdorf selbst hat sich nicht so viel geändert. Das gastronomische Angebot im Ort ist auf eine einzige Pizzeria geschrumpft. Dort kehrten wir am ersten Abend ein und danach stand Selbstverpflegung auf dem Programm. Und da mangelte es an nichts. Gulasch mit Nudeln und Rotkohl, ein Abend mit Fischessen sowie ein Grillabend, zu dem auch noch eine große Portion Nudelsalat zubereitet wurde, ließen keine Wünsche offen. Für ein großes Bierfass hatten unsere freundlichen Gastgeber vom Ruderverein Zernsdorf gesorgt.
Fazit: Zernsdorf hat sich wieder einmal gelohnt. Schön zu sehen, dass alle immer wieder unaufgefordert anpacken und geräuschlos zur Stelle sind, wo es erforderlich ist.
Manfred Blasczyk