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Wanderfahrt auf Fulda und Weser – Zwischen Sonne, Schleusen und Eskimorolle

Drei Tage, zwei Flüsse, jede Menge Sonne, ein bisschen Regen, viele Schleusen und noch mehr gute Laune – so lässt sich unsere diesjährige Wanderfahrt wohl am besten zusammenfassen.

Freitag – Ankommen, Griechen und Wetterkapriolen

Mit zwei Autos und unserem Bus samt Bootsanhänger trafen wir am Freitag beim Frauen-Ruderverein Kassel ein. Dort wurden wir herzlich empfangen. Während einige das Clubhaus bezogen und andere den Hotelkomfort bevorzugten, war eines schnell klar: Das Wochenende konnte beginnen.

Den Auftakt feierten wir stilecht beim Griechen direkt an der Fulda. Gut gestärkt wollten wir anschließend eigentlich noch eine romantische Nachtausfahrt unternehmen. Doch Petrus hatte offenbar andere Pläne. Wetterleuchten am Horizont, erste Regentropfen und ein herannahendes Gewitter sorgten dafür, dass der Großteil Vernunft walten ließ. Der harte Kern ließ sich davon allerdings nicht beeindrucken und drehte trotzdem badenderweise noch eine Runde in der Fulda – frei nach dem Motto: „Ein bisschen Blitzlicht hat noch keinem Ruderer geschadet.“ Den gemütlichen Ausklang fand der Abend schließlich bei kühlen Getränken und diversen Wissensspielen auf der Terrasse des Rudervereins.

Samstag – Hitze, Schleusen und ein Wettrennen gegen das SUP

Bereits um 7:30 Uhr starteten wir mit einem frühen Frühstück in den Rudertag. Gleich zu Beginn wartete die erste Herausforderung: eine Motorbootregatta. Zunächst wollte man uns nicht passieren lassen, doch dank des diplomatischen Geschicks unseres Fahrtenleiters öffnete sich der Weg schneller als gedacht. Immerhin waren wir anschließend deutlich flotter unterwegs als der Herr auf dem roten Stand-up-Paddle – ein sportlicher Erfolg, den wir natürlich nicht unerwähnt lassen möchten.

Zunächst ruderten wir durch Kassel, ehe uns die Kasseler Stadtschleuse zu einer ausgedehnten Zwangspause verdonnerte. Bei nahezu Windstille wurde die Schleuse kurzerhand zur Sauna – Hitze von oben, Hitze von unten und keine Klimaanlage in Sicht. Trotzdem blieb die Stimmung hervorragend.

Die abwechslungsreiche Fulda zeigte sich von ihrer schönsten Seite. Nach mehreren Schleusen legten wir kurz vor Hann. Münden einen wohlverdienten Picknickstopp ein. Pommes, Eis und unsere mitgebrachten Wasserpistolen sorgten dafür, dass nicht nur wir, sondern auch einige Kinder am Ufer ihren Spaß hatten.

Die letzten zehn Kilometer nach Hann. Münden gingen dann überraschend leicht von der Hand. Trotzdem hatte die Hitze ihren Tribut gefordert, und alle waren am Ende des Tages ordentlich geschafft.

Einige versuchten anschließend noch, das Deutschlandspiel live zu verfolgen – leider ohne Erfolg. Bis auf ein restlos ausgebuchtes Schiff gab es keine passende Gelegenheit. Dafür fanden wir – man ahnt es bereits – erneut einen ausgesprochen gastfreundlichen Griechen, bei dem wir den Abend kulinarisch fortsetzten.

Anschließend stand noch eine kleine Nachtführung durch Hann. Münden auf dem Programm. Vom Weserstein über das Denkmal von Doktor Eisenbarth bis in die wunderschöne Altstadt nahmen wir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten mit. Den krönenden Abschluss bildete ein spontaner Torjubel der örtlichen Fußballjugend, in den wir mitten hineingerieten. Deutschland hatte tatsächlich 2:1 gewonnen – und unsere laola-Welle der Germanen wird den Einheimischen sicher in Erinnerung bleiben. 

Sonntag – Regen, Eskimorolle und ein früheres Ende

Eigentlich wollten wir früh starten. Eigentlich.

Doch bereits beim Frühstück trommelte der Regen in Strömen auf die Dächer. Ein bisschen Nässe hätte niemanden gestört, aber dieses Wetter machte einen Start schlicht unmöglich. Erst gegen 11 Uhr konnten wir endlich aufs Wasser.

Mit neuer Bootsbesetzung und wieder steigenden Temperaturen ging es los. Allerdings sorgte ein Boot direkt vor der ersten Schleuse für die spektakulärste Einlage des Wochenendes und präsentierte eine nahezu lehrbuchreife Eskimorolle. Glücklicherweise blieb es bei einem ordentlichen Schrecken und einem unfreiwilligen Bad – verletzt wurde niemand.

Da wir durch diese unfreiwillige Einlage und dem wetterbedingten späten Start sowieso schon in unserem Zeitplan weit zurücklagen entschieden wir uns schweren Herzens, die Wanderfahrt an dieser Stelle zu beenden und die noch ausstehenden 55 Kilometer nicht mehr zu rudern. Stattdessen holten wir die Fahrzeuge zurück, verluden die Boote in Hann. Münden und gönnten uns zum Abschluss am Zusammenfluss von Werra und Fulda zur Weser noch ein letztes gemeinsames Eis.

Fazit

Fulda und Weser haben uns ein wunderschönes Ruderrrevier gezeigt – mit beeindruckender Landschaft, heißen Schleusen, freundlichen Griechen, einer gewonnenen Regatta gegen ein SUP, einer unfreiwilligen Eskimorolle und jeder Menge gemeinsamer Erlebnisse.

Die fehlenden 55 Kilometer? Die schreien geradezu nach einer Fortsetzung.

Wir bedanken uns bei unserem Fahrtenleiter und den Bulli-FahrerInnen.

Thomas & Judith


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